Da sehr viele Teilnehmer nicht die Möglichkeit fanden, sich wie in der Einladung angeregt, vorab selbständig in das Thema einzuarbeiten, war ca. die Hälfte der gesamten zur Verfügung stehenden Zeit nötig, um Begriffe zu klären, bzw zu besprechen. Weitere elementare Grundlagen konnten trotzdem aus Zeitmangel nicht vermittelt werden. Das war hinderlich für die anschließende Arbeit in den Gruppen. Die genannten Begriffe und die elementaren Grundlagen stehen also noch zur Bearbeitung weitestgehend aus.

Es ging um die Begriffe: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. In der Runde wurde die Frage gestellt: „Was versteht ihr unter Freiheit (Gleichheit, Brüderlichkeit)?“ Zur Freiheit kamen viele Beiträge aus der Runde (siehe Irmgards Protokoll). Zur Gleichheit wurde nicht mehr so viel beigetragen, der Begriff war schon schwieriger zu fassen. Zur Brüderlichkeit kam nur sehr wenig.

Als Denkanstoß zum Geldbegriff habe ich (Markus) die Geschichte des 1.000,- Euro-Scheines erzählt. Ich will hier noch eine weitere hinzufügen:

Es war einmal ein höchst ehrenwertes und seriöses englisches Ehepaar aus dem Hochadel, das seinen Sommerurlaub regelmäßig auf einer kleinen Insel im Süden verbrachte. Die beiden waren dort Stammgäste und ihre Kreditwürdigkeit war bei den Inselbewohnern über jeden Zweifel erhaben.

Die Inselbewohner hatten keinerlei Einwände dagegen, dass sie alles per Scheck bezahlten. Man hatte ja aufgrund der langjährigen Erfahrung die Gewissheit, dass diese Schecks stets gedeckt waren. Das englische Ehepaar war auf der Insel schließlich allen so wohlbekannt und genoss ein so großes Vertrauen, dass die Inselbewohner sich sogar untereinander mit diesen Schecks bezahlten.

Wenn zum Beispiel der Restaurantbesitzer einen Teil seiner Zahlungen an den Lebensmittelhändler mit einem Scheck, den er für ein Essen erhalten hatte, leisten wollte, war das dem Lebensmittelhändler nur recht. Er konnte dann mit dem Scheck seine Benzinrechnung begleichen, und auf diese Art und Weise zirkulierten die Schecks des Paares unter den Inselbewohnern.

Das ging dann sogar so weit, dass sie nie die Londoner Bank des Ehepaares zur Einlösung erreichten und noch heute auf der Insel als Zahlungsmittel dienen.

Nun die Frage: Wer hat denn nun eigentlich die Ferien des englischen Ehepaares bezahlt?

Die Teilnehmer fanden sich zu 3 Arbeitsgruppen zusammen, welche folgende Ergebnisse präsentieren können:

AG Schule und Freies Geistesleben

  • Naturnah, Kulturinseln, 10-15 Familien

  • Bauernhof als Schule mit vielseitigen Arbeitsfeldern als Schule

  • Kind sucht sich seinen Lehrer und seinen Lernstoff selbst

  • Was brauchst das Kind zu welchem Zeitpunkt (Waldorfpädagogik und Rhythmus)

  • Kulturelles Saatgut, Handwerkerhöfe

  • Synergie von Höfen, die auf der Klippe stehen und einer WalDORFschule (win-win-Situation)

Die Gruppe hat beschlossen, sich in Zukunft regelmäßig zu treffen und weiter an diesen Themen zu arbeiten.

AG Öffentlichkeitsarbeit – wie kann man die Dreigliederung zu den Menschen bringen, damit sie davon erfahren?

  • Auf Marktplatz Leute ansprechen und Material verteilen

  • In Gruppen über eigenen Bekannten/Freundeskreis im Gespräch Flämmchen entfachen

  • Mitarbeit Vin der erfassungsgebende nVersammlung (Gemeinwohllobby)

  • Junge Menschen und Schüler ansprechen

Die Die Gruppe hat beschlossen, sich in Zukunft regelmäßig zu treffen und weiter an diesen Themen zu arbeiten.

AG Brüderlich wirtschaften – wie können Übfelder entstehen, wie kann Bewußtsein für Brüderlichkeit entstehen?

Schwerpunkt dieser AG war die Frage, wie Brüderlichkeit grundsätzlich als Handlungsmaxime in allen wirtschaftlichen Prozessen, an denen wir teilnehmen, verstanden, geübt werden kann, da wir im Kapitalismus über Jahrhunderte zum Gegenteil erzogen wurden. Auch bereits anfänglich vorhandene Übfelder, im folgenden auch genannt, SIND NOCH NICHT brüderliches Wirtschaften im Sinne der Dreigliederung. Dort sollte dieser Gedanke hineinfließen, hineingebracht werden, verstanden werden, geübt werden. Für alle diese genannten Beispiele gilt unbedingt: sie sind noch nicht Berüderlichkeit im Sinne der Dreigliederung, sie haben ähnliche Gründungsimpulse. So sollte jeder die Gruppe vor Ort zuerst prüfen, wie viel von diesem Gründungsimpuls noch da ist oder verwirklicht wird. Es gibt da sehr große und auch traurige Unterschiede. Die für die brüderliche Wirtschaftsweie dringend nötige persönliche Begegnung von Mensch zu Mensch wird in diesen Gruppen immer weniger und findet kaum noch statt:

  • Solidarische Landwirtschaft „solawi“: Jedes Mitglied nennt seine Bedürfnisse für das kommende Jahr und erfüllt die Bedürfnisse des Bauern hierfür (er darf nicht vor der Ernte verhungern!). Dies sind gute Ansätze für ein brüderliches Wirtschaften, gegenseitige Bedürfniswahrnehmung kann dadurch geübt werden.

  • Wie kann der Grundgedanke der Solawi“-Bewegung auf andere Wirtschaftsbereiche übertragen werden?

  • Stiftungen (gründen?) als Hilfe für Bedürftige

  • „Artabana“ ( Zusatzversicherung als Alternative zur Krankenkasse) zur Förderung der Gesundheit, dies entwickelt auch noch nicht automatisch brüderliches Handeln im Sinne der Dreigliedeung, siehe oben.

  • Regionalgeld – Waren-Dienstleistungs-Tausch-Ringe etc: jeder Mensch ist Wertschöpfer, seine Fähigkeiten sind sein Kapital, Gruppengröße max.100 Menschen, die sich gegenseitig persönlich kennen. Dies sind Übfelder, um Geldprozesse bewußt zu machen, dies ist noch nicht Wirtschaften im Sinne der Dreigliederung! Dort ist noch keine Brüderlichkeit, dort wird selten gefragt: „Was brauchst du?“, dort herrscht sehr oft noch sehr ausgeprägter Egoismus.

  • Regionalgruppen: Vernetzen der Nachbarn als soziales Netz der Zukunft, sich gegenseitig helfen, austauschen und zuhören. Das sind neue Strukturen. die uns nähren und nicht auffressen!

Für alle diese Beispiele gilt: solange es dort Euro-gebundene Währungen gibt, Zeitwährungen, „Gegenwertrechnungen“, Buchungskonten, handelt es sich fast ausschließlich um das „im Kleinen, was wir im Großen haben“ und doch überwinden müssen, weil es uns genau da hin gebracht hat, wo wir jetzt stehen. Es ist oftmals noch zu viel Egoismus und Schnäppchenjagt darin. Meistens fehlt immer noch grundsätzlich die Parzivalfrage: „Was brauchst du? Wie geht es dir?“! Ohne das geht es nicht. Das muß zuerst verstanden, dann geübt werden. Wir wollen Übungsfelder schaffen, diese Frage zu üben.

Die Gruppe hat folgendes verabredet: 14-tägige festgelegte Zoomkonferenz, in der dazwischenliegenden Woche zur festgelegten Zeit gedankliches Verbinden, zwischenzeitlicher gegenseitiger Austausch und gegenseitiger persönlicher Kontakt.

Schlußbemerkung am Ende des Protokolls:

Altes bricht weg, es wird Chaos entstehen. Das bedeutet, das Raum und Möglichkeiten offen sind für Neugestaltung. Wichtig ist, auszuarbeiten, was genau wollen wir, wie soll die Zukunft sein? Wie kommen wir dort hin?

Wie war also das Wochenende auch vom Zwischenmenschlichen her betrachtet?

Dank an alle wunderbaren Teilnehmer und zusätzlichen Dank an jene, die durch ihre besonderen Fähigkeiten und Talente dieses Wochenede zu einem vollen Erfolg machten!

Endlich wieder Mensch-Sein unter und mit den Menschen! Es wurde viel gearbeitet. Kunst, Kultur, Musik und gemeinsames Singen, viele Gepräche haben eine wirklich „runde Sache“ und ein schönes Erlebnis daraus gemacht. Dadurch wurde es möglich, das einander völlig fremde Menschen in kürzester Zeit miteinander „verbunden“ waren, sich als Gruppe erleben und so arbeiten konnten. Schon das gemeinsame Singen noch vor der „Vorstellungsrunde“ war hilfreich und öffnete die gewohnheitsmäßige Tendenz zur Selbstzentriertheit beim „sich vorstellen“ in Richtung Gemeinschaft.

Brüderlichkeit wurde gelebt: durch Spenden der Teilnehmer und auch durch einen Menschen, der leider nicht teilnehmen konnte, kam genug Geld zusammen, um jene zu unterstützen, die die Kosten für Fahrt, Unterkunft und Verpflegung nicht hätten aufbringen können. Danke!

Abschließend wurde folgendes von Einzenlen so oder ähnlich geäußert: Es hat weitergebracht, die Dreigliederung näher gebracht, man konnte interessante Menschen kennenlernen und sich mit ihnen freundschaftlich verbinden, möchte mit ihnen verbunden bleiben, diese Verbindung pflegen, man möchte zusammen weiterarbeiten.

Wie wird weitergearbeitet, was soll in der Zukunft geschehen?

  • Alle 3 Gruppen wollen zusammen weiterarbeiten. Es ist nötig, dass sie ihre Ergebnisse auch kontinuierlich an die anderen Gruppen weiterleiten. Diese werden dringend gebraucht, denn auch z.B. die Tätigen aus der Gruppe „Schule/Geistesleben“ müssen brüderlich wirtschaften üben, auch die „Wirtschaftler“ müssen in das freie Geistesleben finden etc. Alles geht alle an, ein jeder ist in seinem Leben und Wirken in allen 3 Bereichen (Rechtsleben, Wirtschaftsleben, Geistesleben) eingebunden, dies ist ein sozialer Organismus!

  • Die gesammelten Ergebnisse und das Erarbeitete soll auch neuen „Mitarbeitern“ und auch außenstehenden Interessierten zur Verfügung stehen (es soll nicht jeder das Rad jedesmal neu erfinden müssen, er soll aufbauen können auf bereits Erarbeitetes).

    Außenstehende können dadurch motiviert werden, einzusteigen, mitzumachen.

  • Wir bitten euch, diese Ergebnisse uns aus eigenem Antrieb zuzuschicken. Wir leiten auch gern alles, was ihr schickt, an die anderen weiter, nur wollen wir euch nicht regelmäßig darum bitten müssen oder gar auch noch anmahnen, das erscheint und nicht menschengemäß! Denn so verstehen wir unsere Arbeit hier nicht. Ihr arbeitet ja nicht für uns Organsiatoren, sondern für die Wesen und für die Zukunft, für die Menschheit.

  • Es soll neue Termine geben für ähnliche Treffen, kontinuierlich, regelmäßig, zuverlässig, lange vorab öffentlich angekündigt, für das Entstehen weiterer oder neuer Gruppen, gern in Verbindung mit den jetzigen Teilnehmern. Die Organisatoren des vergangenen Treffens sind nur zu zweit, sie verstehen sich nicht als „Alleinunterhalter“ und möchten gern mit den jetzigen Teilnehmern zusammen die zukünfitgen Treffen für „Neue“ organisieren und gestalten. Diese neuen Treffen sollten nach Möglichkeit zunehmend „privat“ möglich sein, da die Kosten für Hotel etc doch sehr hoch sind. Hier die Bitte an alle: wir brauchen eure Mithilfe beim Finden von Lokalität, Übernachtungsmöglichkeiten, Verpflegungsmöglichkeiten! Wir wünschen ausdrücklich eure Teilnahme, damit ihr den „Neuen“ helft.

  • Es scheint dringend nötig, dass sich die jetzigen Teilnehmer ausführlich mit dem Thema auseinandersetzen und die Informationsmöglichkeiten, die vorab schon gegeben wurden und auf unserer Homepage oder über diese zu beziehen sind. Die „Wissenslücke“ kann nicht allein durch ein paar Arbeitstreffen geschlossen werden. Auch muß überlegt werden, wie zukünftigen neue Teilnehmern nahegebracht werden kann, dass sie diese Informationen wirklich brauchen und sich wirklich vorbereiten? Zu Beginn wurde ja festgestellt, dass 50% der Zeit des Wochenendes damit verbracht werden mußten, wenige Begriffe zu besprechen, ohne in die Tiefe des Themas einsteigen zu können. Das war hinderlich und schade.

  • Der regelmäßige geplante Kontakt unter den Mitgliedern der Arbeitsgruppen und der gesamten Gruppe scheint wichtig und nötig, damit das Projekt nicht im Alltag verloren geht und „einschläft“!

  • Entscheidend und zielführend scheint zu sein, einander wirklich auch privat gegenseitig zu besuchen! Pflänzchen, die man nicht regelmäßig gießt, verwelken und sterben. Hiermit laden wir, die beiden Organisatoren Elke und Markus euch ein, uns zu besuchen und/oder uns und alle anderen einzuladen.

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